Patzer und Kostensteigerungen – Heroldstatt im Blindflug

Gemeinderatssitzung vom 22. September 2025 – Teil 2

In unserem Beitrag „Überraschende Kanalsanierung für 100.000 €“ vom Juni berichteten wir, dass bei der Baustelle „Neue Ortsmitte Sontheim“ – kurzfristig (?) – Geld für die Sanierung eines angrenzenden Kanalabschnitts fehlten.

Warum die Sanierung dieses Kanalabschnitts nicht frühzeitig mitgedacht wurde, ist bis heute nicht ganz klar. Immerhin war dessen desolater Zustand schon lange bekannt.

Vielleicht verzichtete unser Rathaus auch aus diesem Grund auf eine öffentliche Gemeinderatssitzung zu diesem Thema? Wer weiß. Am Ende entschied das Rathaus jedenfalls einfach selbst. Im „Eilverfahren“. Wie das Ganze finanziert wurde: angeblich gab es Einsparungen zwischen der ursprünglichen Kostenberechnung und den tatsächlichen Angeboten, welche die zuständigen Baufirmen und Handwerker eingereicht hatten.

In der Gemeinderatssitzung vom vergangenen Montag mussten wir feststellen, dass diese „Rücklage“ nicht lange hielt. Der Grund: es wurden weitere 47.000 Euro für den Straßenvollausbau der Lange Straße sowie für Leerrohre benötigt.

Damit bleibt nicht nur ein schaler Beigeschmack zurück, was die Planungsleistungen unseres Rathauses angeht. Es sind auch nach nur drei Monaten die vermeintlichen Einsparungen komplett verpufft.

Nun können wir gespannt sein, welche weiteren Kostensteigerungen in den nächsten Monaten auf uns zukommen. Schließlich sind die Bauarbeiten noch lange nicht beendet und dauern bis Mai nächsten Jahres an.

Auch beim Umbau der Berghalle für 4,5 Millionen Euro, läuft es holprig. Aufgrund eines Patzers bei der Ausschreibung der Architekten- und Planungsleistungen für die Gewerke Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektrik kommt es bereits jetzt schon zu Mehrkosten von 10.900 Euro.

Bürgermeister Weber und die GR’in Anhorn sowie die GR Engler, Keirat, Knehr und Süßmuth winkten die Kostensteigerungen durch.

Dagegen stimmten die Gemeinderäte Salzmann, Blikle, Friedrich und Fülle.

Doch nicht nur die Baukosten steigen in Heroldstatt, mit den Personalkosten ist es dasselbe in Grün.

Hintergrund: Seit einigen Monaten lässt Bürgermeister Weber die Gemeinderatssitzungen mit Mikrofonen aufzeichnen. Weil dieses Verhalten rechtlich äußert fragwürdig ist (Verletzung von Persönlichkeitsrechten), widersprechen wir dem zwar regelmäßig. Doch BM Weber lässt das genauso regelmäßig an sich abtropfen.

Als ob die Aufnahmetechnik nicht schon teuer genug gewesen wären, sitzt jetzt zusätzlich eine dritte Mitarbeiterin am Tisch und protokolliert alles mit (Mit Bürgermeister sind das in Summe vier Rathausmitarbeiter pro Sitzung). Anders formuliert: die Personalkosten werden künstlich hochgeschraubt.

Unterm Strich bleibt: Während Bauprojekte unkontrolliert teurer werden, sorgt das Rathaus gleichzeitig dafür, dass die Kosten für Verwaltung steigen. Transparenz? Maximale Fehlanzeige. Verantwortung? Wird an Unbekannt abgegeben. Und das Vertrauen der Bürgerschaft? Schwindet mit jedem Euro.

Autor: Thomas Salzmann

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