Zustimmung ohne Zögern

Gemeinderatssitzung vom 22. September 2025

In der ersten Sitzung nach der Sommerpause erklärte sich die Mehrheit des Heroldstatter Gemeinderats mit dem Antrag der Firma Schöller SI zum Bau von Windkraftanlagen im Durlocher Wald einverstanden. Kritisches Hinterfragen oder gar Widerspruch? Fehlanzeige.

Von Bürgermeister Weber und seinen Getreuen war nichts Anderes zu erwarten. Schließlich scheiterten wir bereits im Frühjahr mit dem Versuch, Bürgermeister Weber den Auftrag zu erteilen, gemeinsam mit Schöller SI den Bau von Windkraftanlagen mitten im Wald noch einmal zu überdenken. Siehe Beitrag: „Drei Windräder im Gemeindewald Durlocher“ vom 17. März 2025.

Es war also keine Überraschung, als neben BM Weber auch die Gemeinderätin Stephanie Anhorn sowie die Gemeinderäte Jürgen Engler, Michael Keirat, Werner Knehr und Dirk Süßmuth den Windkraftanlagen im Durlocher Wald ihren Segen erteilten.

Doch damit nicht genug: sie waren auch damit einverstanden, dass auf Laichinger Gemarkung (Richtung Seißen) drei zusätzliche Windkraftanlagen gebaut werden dürfen. Dies bedeutet in Summe: Drei Windräder auf Heroldstatter Gemarkung im Windpark Ost und WEITERE drei Windräder auf Gemarkung Laichingen-Suppingen. Siehe Karte im Anhang.

Für die drei Standorte im Durlocher-Wald ist übrigens eine dauerhafte Waldumwandlung vorgesehen. Das bedeutet im Klartext: Die Waldfläche, welche für die Windkraftanlangen beansprucht wird, wird für immer verloren sein (Zitat: „Beton bleibt Beton“). Ein Flächenausgleich durch Aufforstung an anderer Stelle in Heroldstatt soll diesen Verlust zwar kompensieren – allerdings liegt ein entsprechender Aufforstungsantrag der Firma Schöller bisher nicht vor.

Dass der Pachtvertrag zwischen Gemeinde und Investor sein bestgehütetes Geheimnis bleibt, spricht für jeden rational denkenden Menschen Bände. Ob die Bürgerinnen und Bürger in den nächsten Jahrzehnten auf sechs, sieben oder noch mehr Anlagen blicken, liegt also nicht mehr in unserer Hand. Denn auch im Staatswald, welcher ebenfalls im Osten von Heroldstatt liegt, könnten zusätzliche Anlagen folgen.

Eine entsprechende Anfrage von Gemeinderätin Renate Blikle wies BM Weber kurzerhand zurück – mit dem Hinweis, die Verwaltung könne lediglich weitergeben, was ihr selbst „vorgelegt“ werde.

Auch meine Frage, ob eine der drei Suppinger Anlagen von Schöller stamme, quittierte BM Weber mit den Worten (O-Ton): „Des hat uns jetzt grad ed zu interessiera!“

Die Botschaft ist unmissverständlich: Entscheidungen von massiver Tragweite werden wie Lappalien behandelt. Kritische Fragen werden knapp abmoderiert oder bleiben nicht beantwortet.

Ob Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, zukünftig in sämtlichen Himmelsrichtungen auf sich drehende Propeller blicken müssen, scheint der knappen Mehrheit hier im Heroldstatter Gremium herzlich egal zu sein. Schöller SI könnte sich wirklich keinen besseren Bürgermeister wünschen.

Gegen den oben genannten Antrag stimmten im Übrigen: GR Salzmann, GR’in Blike, GR’in Friedrich und GR Fülle.

Autor: Thomas Salzmann

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