Was die Kindertagesbetreuung mit vorausschauender Finanz- und Grundstückspolitik zu tun hat

Gemeinderatssitzung vom 7. Juli 2025

In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurden zum einen Anpassungen der Bebauungspläne „Auf dem Wörth III“ und „Auf dem Wörth VII-Fleins“ (im Bereich des ehemaligen Dakor-Geländes) beschlossen. Ziel dieser Änderungen ist es, die Ansiedlung von Speditions- und Logistikunternehmen zu verhindern, um das Verkehrsaufkommen und die damit verbundenen Belastungen im Gewerbegebiet zu reduzieren.

Zum anderen wurde die Bedarfsplanung für die Kindertagesbetreuung im Zeitraum 2025/26 verabschiedet. Frau Enz, Leiterin des Kinderhauses, und Frau Wagner, verantwortlich für die Grundschulbetreuung, stellten ihr pädagogisches Konzept vor sowie die aktuelle Betreuungssituation. An dieser Stelle schon ein ausdrücklicher Dank für ihre engagierte Arbeit.

Trotzdem bleibt klar: Die Gemeinde steht in den nächsten Jahren vor massiven Herausforderungen, der steigenden Nachfrage nach Betreuungsplätzen gerecht zu werden. Mit dem jüngsten Anbau am Kinderhaus – eine zusätzliche Gruppe – wurde zwar kurzfristig etwas Entlastung geschaffen. Doch auf Dauer wird das nicht reichen. Der Druck wird weiter steigen, nicht zuletzt durch das Neubaugebiet „Hinter den Pfarrgärten II“ sowie durch die angestrebte Nachverdichtung in den Ortskernen.

Diese Nachverdichtung ist übrigens finanziell alternativlos, schließlich hat Bürgermeister Weber in den vergangenen Jahren massive Grundstücks- und Immobilienkäufe getätigt, vor allem in Ennabeuren. Wenn die Gemeinde diese Grundstücke und Gebäude aber nicht weiterentwickelt, dann bleibt das investierte Geld schlicht totes Kapital – und belastet unseren Gemeindehaushalt, anstatt ihn zu entlasten.

Wer nun glaubt, dass Besserung in Sicht ist, den müssen wir leider enttäuschen. Denn abgesehen von der Platzgestaltung mit Pavillon und Wasserspielen in Sontheim sowie dem Prestigeprojekt Backhaus/Café in Ennabeuren ist bisher nichts passiert.

Noch problematischer: es gibt bis heute keine belastbare Strategie, wie die Grundstücke und Gebäude in den nächsten Jahren entwickelt werden sollen, um so irgendwann einmal die dafür angehäufte Millionenverschuldung abzubauen. Die im April in Aussicht gestellte Schuldenrückführung ist dabei bestenfalls ein Schönwetterversprechen – schließlich wird der Schuldenberg in der HGE GmbH von bis zu 5,5 Millionen Euro dabei gar nicht erst berücksichtigt.

Eines steht jedenfalls fest: Der Bedarf an Betreuungsplätzen in Kindergarten und Grundschule wird weiter steigen. Wie lange die bestehenden Gebäude diese Nachfrage noch auffangen können, ist unklar – zumal die Erweiterungsmöglichkeiten am Standort des Kinderhauses nun weitgehend ausgeschöpft sind. Es wird also mittelfristig nicht ohne alternative Betreuungsformen gehen.

Doch genau diese hat Bürgermeister Weber in der Vergangenheit kategorisch abgelehnt. Unser Vorschlag zur Einrichtung eines Waldkindergartens wurde bei den Haushaltsberatungen 2023 jedenfalls ohne jede Kompromissbereitschaft vom Tisch gefegt.

Autor: Thomas Salzmann

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